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Mit Sozialunternehmer*innen Entwicklungszusammenarbeit weiterdenken

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von Georg Schön

Ashoka ist eine globale Organisation. Wir haben in den letzten 40 Jahren in über 80 Ländern an die 4000 Ashoka Fellows ausgewählt und unterstützt. Daher wissen wir: Sozialunternehmer*innen gibt es überall. Aus ihrer Sicht sind alle Länder Entwicklungsländer. Das bestätigen die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (bekannt als Sustainable Development Goals, kurz SDGs). Im Angesicht von Klimawandel, Pandemie und Migrationskrisen sind wir alle gefordert uns selbst verantwortlich auf den Weg zu machen die Gesellschaft positiv mitzugestalten.

Die ersten Ashoka Fellows wählten wir in Indien und Lateinamerika. Sie haben uns von Anfang an gezeigt, dass wir mutig sein dürfen, und ganze gesellschaftliche Systeme zum Positiven verändern können. Social Entrepreneurship ist zu einer globale Bewegung geworden. Sozialunternehmerinnen verkörpern eine neue unternehmerische Kultur auf Krisen zu antworten, lokale Innovationskraft zu entfesseln und gesellschaftliche Probleme zu lösen. Sie sind nicht nur Vorboten eines neuen Paradigmas in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Sie sind Vorboten für ein Unternehmertum, das soziale Wirkung und nicht Profit ins Zentrum des Tuns stellt. Management Guru Peter Senge sieht in ihnen die klassischen Unternehmerinnen von morgen. Ihr Verdienst wird es sein, umzudeuten, was es bedeutet ein Unternehmen zu sein, ob ein Kleines oder Großes.

Was es konkret dazu braucht, lernen wir von den Sozialunternehmer*innen, mit denen wir weltweit arbeiten. Es folgen 12 Beispiele von Ashoka Fellows aus Indien, Lateinamerika, Afrika und Asien die uns 9 Perspektiven schenken, Internationale Entwicklung und Unternehmertum weiterzudenken.

Betroffene zu Expert*innen machen. Jeroo Billimoria hat vor über 20 Jahren eine Telefon-Hotline für Straßenkinder in Indien aufgebaut, die von Straßenkindern selbst betreut wird. Mittlerweile koordiniert ihr globales Netzwerk Child-Helplines in über 130 Ländern.

Unternehmerisches Handeln ermöglichen. Katherine Luceys Solar Sisters in Uganda stattet Frauen mit Solartechnologie und unternehmerischem Know-How aus und ermöglicht ihnen die Gründung eines eigenen Mikro-Unternehmens. 2500 Frauen wurden bereits zu „Solar Sister Entrepreneurs“ ausgebildet.

Auf systemische Wirkung fokussieren. Kailash Satyarthi, Friedensnobelpreisträger aus Indien, garantiert mit Good Weave faire Praktiken und einen Verzicht auf Kinderarbeit in der Teppichproduktion. Er leitet einen Zusammenschluss von 2.000 sozialen Organisationen und Gewerkschaften in 140 Ländern, um Kinderarbeit und Sklaverei weltweit zu beenden.

Technologie zugänglich machen. Durch radikale Kostensenkung in Produktion und die lokale Einbettung des globalen Vertriebs von Augengläsern hat es Jordan Kassalow mit seiner Organisation Vision Spring geschafft, 4 Millionen Augengläser an benachteiligte Menschen in über 40 Ländern zu verkaufen.

Ausgetretene Pfade verlassen. Bart Weetjens trainiert Ratten, um Landminen und Tuberkulose in Post-Konfliktgebieten aufzuspüren. Allein in Mozambique hat seine Organisation Apopo mehr als 13,826 Landminen zerstört und über 11 Millionen m2 Land Minenfrei gemacht.

Gute Fundamente setzen. Nathalia Mesa hat ein pädagogisches Modell entwickelt, das die Qualität der Kinderfrüherziehung in Kolumbien nachhaltig verbessert. Ihre Organisation aeioTU beitreibt 30 Bildungszentren Kolumbien. aeioTU hat durch die Ausbildung von 10.000 Erziehern und Lehrern die Arbeit von über 1.700 Bildungseinrichtungen in Kolumbien zum Besseren verändert.

Marktdynamiken verändern. Scott Gillmore unterstützt lokale Unternehmen in Konfliktländern fit für Ausschreibungen zu werden. Damit bleibt die Wertschaffung im Land und lokale Märkte werden aufgebaut. Seine Building Markets Initiative hat seit 2006 allein in Afghanistan 650 lokalen Klein- und Mittelbetrieben geholfen, 1.300 Ausschreibungen mit einem Gesamtwert von 1 Milliarde Dollar zu gewinnen, was 65.000 Jobs in Afghanistan geschaffen oder erhalten hat.

For-Profit und Not-For Profit verbinden. Regina Honu startete mit einer Software Firma in Ghana durch und hat mit der Initiative „Tech Needs Girls“ bereits mehr als 4.500 Mädchen Programmieren gelernt. Daraus entwickelte sich die Soronko Academy, die erste Programmierschule mit Schwerpunkt auf Human Centered Design für Kinder und Jugendliche in Westafrika.

Gemeinsam mehr erreichen. In Westafrika haben sich die Organisationen von 17 Ashoka Fellows aus 9 Ländern zu der Kooperative ICON zusammengetan um Produktion und Vertrieb von nachhaltigen Lebensmitteln zu stärken. Mit ihren Produkten erreichen sie bereits mehr als 700.000 Familien in der Region. Sie bringen ihre jeweiligen Stärken ein: Antoine Sombié schafft internationale Marktzugänge für lokale Produzenten, Ladji Niangane entwickelt Methoden um Anbaugebiete zu diversifizieren und Simone Zoundi bildet Frauen als Unternehmerinnen in der Landwirtschaft aus.

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