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Ideegration – Integration wirkt!

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von ashokaaustria

So viele tolle Projekte machen bei Ideegration mit, das ist ein Riesen-Erfolg und hat alle unsere Erwartungen übertroffen: Unglaubliche 104 Projekte wurden eingereicht, die für viele Herausforderungen im Integrationsbereich eine Lösung entwickelt haben:

Zum Beispiel begleitet refugeeswork Unternehmen und Geflüchtete beim Einstellungsprozess. Die Georg Danzer Häuser unterstützen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit einem ganzheitlichen Betreuungsansatz eigenverantwortliche und selbstbewusste BürgerInnen zu werden.

Die Suche hat uns über den Sommer quer durch Österreich geführt. Wir haben in Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Villach und Wien mit über 50 Integrationsinitiativen an ihren Lösungsmodellen gearbeitet, fast alle der 104 Projekte kennen wir persönlich. Es ist ein Zeugnis dafür, mit welcher Kreativität, Hingabe und Unternehmergeist Menschen in Österreich den sozialen Wandel selbst in die Hand nehmen und Lösungsmodelle für Integration entwickeln. Fantastisch!

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Dominik Beron von refugeeswork.at auf der Ideegration Konferenz

Eine der bekanntesten Initiativen im Bereich Wohnen ist „Flüchtlinge Willkommen“ –  sie vermittelt Geflüchtete an WGs und unterstützten bei der Auftstellung von Finanzierung und begleiten die alten und neuen BewohnerInnen der WG. Dieser tolle Ansatz, der so auch in anderen Ländern eingesetzt wird, zeigt wie gut es funktionieren kann. Nicht nur entstehen so zahlreiche Freundschaften, sondern wirkt man so schon frühzeitig der Isolation von Geflüchteten entgegen. Bisher konnten so schon 340 Wohnräume über die Plattform vermittelt werden.

Ein andere Initiative ist „dageko – die sozialökonomische Hausverwaltung„. Die Vision des Projekts ist die Profession des Hausverwalters neu zu definieren und um den Aufgabenbereich der integrativen Betreuung von MieterInnen zu erweitern. Der Hausverwalter soll zur Schnittstelle für MieterInnen, Behörden, Organisationen und dem Eigentümer werden. Ein möglichst vielfältige Mieterschaft soll entstehen und beim Zusammenleben begleitet werden – dazu zählt die Mediation bei Konflikten, genauso wie die Veranstaltung von gemeinsamen Festen.

Vor allem im Bereich psychosoziale Betreuung sehen wir noch einen großen Bedarf. Viele Geflüchtete kommen mit Traumata in Österreich an. Sprachbarrieren, mangelnder Zugang zum Gesundheitssystem verschlimmern die Situation oft. Initiativen wie „Hemayat“, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten fehlt es oft an den Ressourcen, um ihre Angebot weiter auszudehnen. Für Ideegration brachten wir daher Ashoka Fellow Inge Missmahl nach Österreich:

Inge Missmahl kann mit Ipso e-care  geflüchteten Menschen fundierte und kulturspezifische psychosoziale Beratung ressourcenschonend über eine online Plattform ermöglichen – von Geflüchteten für Geflüchtete.

Außderdem sind Frauen eine besonders vulnerable Gruppe, hier brauchen wir noch weitere Lösungen. Nicht nur wurden viele schon auf dem Weg nach Österreich Opfer von Gewalt, auch in Österreich laufen sie eher Gefahr, in Abhängigkeit vom Partner zu geraten. Hier sehen wir noch den Bedarf, dass Initiativen wie die Nachbarinnen, die Frauen mit Migrationshintergrund zu Multiplikatorinnen in communities der MigrantInnen ausbildet, weiter verbreitet werden.

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Die Nachbarinnen im Gesrpräch auf der Ideegration Konferenz

Alle können sich unter www.ideegration.at über diese tollen Lösungen informieren und sind eingeladen, sich Ideen zu holen, um aktiv zu werden oder was er/sie im eigenen Umfeld übernehmen kann.

Wir haben dazu 6 Kriterien entwickelt, um die Arbeit der Initiativen zu bewerten:

1)  Relevanz: werden zentrale Barrieren für Integration abgebaut?

2) Wirkung: Verbessert sich die Lebenssituation der Zielgruppen, also der Geflüchteten und ÖsterreicherInnen?

3) Team: Sind die Personen hinter der Initiative bereit, die Initiative weiter zu tragen und zu entwickeln, haben sie die notwendigen Fähigkeiten?

4) Nachhaltigkeit und Langfristigkeit: Ist ein langfristiger Plan, eine Strategie vorhanden? 5) Kooperations- und Vernetzungsfähigkeit: Werden vorhandene Strukturen (Gemeinden, Hilfsorganisationen etc.) eingebunden und Kooperationen geschlossen?

6) Wertfreiheit und Vertrauenswürdigkeit: Wird mit der Initiative keine Ideologie vorangetrieben (z.B. einer Partei)?

Initiativen, die diese 6 Kriterien erfüllen, sind gut aufgestellt. Aufbauend auf den 5 Ashoka-Kriterien, die sich bei der Auswahl führender SozialunternehmerInnen bewährt haben, haben wir diese gemeinsam mit dem Roten Kreuz und accenture entwickelt.

Warum ist das Engagement der Zivilgesellschaft so wichtig?

Georg Schön:

Erstens, weil die Finanzierung von Integrationsmaßnahmen durch den Staat erst nach einem positivem Asylbescheid einsetzt, Integration aber ab Tag 1 stattfinden sollte.

Zweitens, die besten Integrationslösungen entstehen nicht auf dem Reißbrett, sondern durch die gelebte Praxis von engagierten Menschen, die Bedürfnisse und Bedarf erkennen und flexibel darauf reagieren können. Viele junge und ältere Menschen engagieren sich für Geflüchtete, gleichzeitig werden auch viele, die selbst Flucht- oder Migrationshintergrund haben aktiv. Aus diesem Engagement kristallisieren sich Lösungsmodelle, die neue Akzente für ein gelingendes Zusammenleben setzen.

Drittens, das Engagement für Menschen auf der Flucht erzeugt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und der Gemeinschaft. „Ja, wir können etwas beitragen. Ja, wir können etwas verändern. Zusammen.“ Diese Selbstermächtigung positives in der Gesellschaft zu verändern ist das Fundament für eine gesunde Gesellschaft. Das Potential, das im Angesicht der Herausforderung die Zivilgesellschaft erstärkt, dass jede/r einzelne die Chance hat selbst etwas zur positiven Veränderung beizutragen, ist sichtbar geworden.

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