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Michael Altrichter: „Jeder Investor sollte seinem Portfolio Impact Investing beimengen“

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von ashokaaustria

Auf Michael Altrichters Visitenkarte steht Business Angel & Social Investor. Schon die Bezeichnung Business Angel bringt manche ins Grübeln. Aber Social Investor? Ein Investment, das nicht die Rendite allein in den Vordergrund stellt, das hat in Österreich kaum Tradition. Michael Altrichter sieht das kritisch: “Jeder Investor sollte seinem Portfolio Impact Investing beimengen.” Er selbst unterstützt zwei Sozialunternehmen, eines davon ist Discovering Hands von Ashoka-Fellow Frank Hoffmann.

ASHOKA: Wann sind Sie zum ersten Mal mit dem Thema Social Entrepreneurship in Kontakt gekommen?
Michael Altrichter: Eigentlich in der ersten Staffel der Start-up-Show “2 Minuten 2 Millionen”, wo Ashoka-Fellow Frank Hoffmann sein Unternehmen Discovierung Hands vorgestellt hat. Davor habe ich mich mit diesem Thema noch nicht so wirklich befasst. Ich dachte, es gibt nur das Sponsoring und das profitmaximierende Unternehmen und nichts dazwischen. Mittlerweile weiß ich, dass es ein ganz breites Spektrum an Unternehmen gibt: Von sehr sozial und wenig profitorientiert bis hin zu Unternehmen, die stark profiorientiert sind und nur einen leichten sozialen Hintergrund haben.

Wieso investieren Sie in Sozialunternehmen?
Aus Überzeugung. Ich bin von Discovering Hands begeistert. Es ist doppelt sozial: Es macht aus einer Behinderung eine Begabung und man kann Krebs im Frühstadium erkennen. Zudem bin ich von der Person Frank Hoffmann extrem überzeugt. Ich habe selten so einen Unternehmer gesehen – ein sehr visionärer Kerl.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, ob Sie in ein Geschäftsmodell investieren?
Ich habe derzeit zwölf Start-ups in meinem Portfolio, zwei davon sind Social Start-ups. Investiere ich in ein Sozialunternehmen, drehen sich meine Investmentüberlegungen um den Social Impact. Wenn es einen klaren Social Impact hat, bin ich auch dazu bereit non-profit zu investieren. Das wichtigste Entscheidungskriterium bei Investitionen ist aber immer das Team. Ich frage mich: Will ich Zeit damit verbringen mit diesem Team Schulter an Schulter zu gehen. Vertraue ich ihnen mein Geld an? Traue ich ihnen zu, dass Sie aus ihrer Idee eine große Sache machen? Zahlen sind sekundär. Weil man bei Start-ups ohnehin nie genau weiß, wie sich die Zahlen entwickeln werden.

Bei einem sozialen Start-up trifft das wahrscheinlich noch mehr zu.
Obwohl Zahlen sekundär sind, ist es nicht irrelevant wie viel Umsatz ein Unternehmen macht bzw. machen wird. Dies gilt auch für Soziale Unternehmen. Es ist ganz wichtig, dass solche Unternehmen unternehmerisch denken, also umsatzorientiert sind. Die nachhaltige Geschäftsidee muss sich irgendwann selbst tragen und aus den eigenem Cashflow unsere Welt versuchen zu verbessern. Ansonsten ist es kein Sozialunternehmen.

Ist Social Investing eine Luxusangelegenheit?
Jeder Investor sollte seinem Portfolio Impact Investing beimengen. Wie viel, muss jeder selbst entscheiden. Aber in Sozialunternehmer zu investieren sollte kein Luxus sein. Das geht für kleinere private Anleger, als auch für große institutionelle. Es kann mir doch keiner erzählen, dass in seinem Portfolio kein Platz ist für nachhaltige Projekte ist.

Wo stehen wir hier in Österreich?
Leider sehr am Anfang. Der Impact-Investor-Pool ist noch sehr klein. Man ist viel zu sehr profitmaximierend getrieben.

Betrifft es Sie mehr, wenn Sie einem Sozialunternehmer eine Absage für ein Investment erteilen müssen?
Ja, da denke ich mehr darüber nach. Aber ich kann nicht jedes Projekt finanzieren.

Worauf müssen Sozialunternehmer speziell achten, wenn Sie eine Finanzierung suchen?
Man muss es machen wie Frank Hoffmann. Man muss diese Ausgewogenheit schaffen, zwischen dem Impact und dem Business.

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